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5. April 2012 über 22:37

Nachgehakt: Wie Benzinpreise gemacht werden

Pendler kennen das: Die Preise für Benzin und Diesel steigen und steigen. Die Autofahrer fühlen sich von hilflos bis wütend. Unsere Marktexperten der Goockel-Redaktion schauten hinter die Kulissen, wie die Preise ermittelt werden:

Wir haben bei ca. 50 Tankstellen angefragt, aber nur 1 Tankstellenpächter war bereit, uns bei unseren Recherchen zu unterstützen. Dieser möchten allerdings anonym bleiben, weil er sich vor Repressalien aufgebrachter Autofahrer fürchtet.

Der Einkauf:
1 bis 2 mal die Woche wird neu bestellt, so Hans Kümmer von der Miniöl-Tanke*. Mit einem breiten Grinsen betont er: „Da kommt es auf jeden Cent an. Reines Benzin kann man sich als freie Tanke ja gar nicht mehr leisten. Da wird gepanscht was das Zeug hält.“ Weiter wollte Hans nicht auf die Zusammensetzung eingehen, fügt aber noch hinzu: „Wenn die Leute wüssten, was das aus so manchen Zapfhahn kommt… – Nee, unsere Mitarbeiter tanken alle direkt aus dem Privattank“.
„Selbst das Zeug wird immer teuer, mittlerweile zahlen wir für verschmutzte Tankreste schon bis zu 20 Cent im Einkauf“, so erzählt Hans weiter.

Dann zeigt uns der kühl rechnende Pächter, was an Steuern und Schmiergelder für die Kontrolleure drauf geht und rechnet uns vor, das das komplett etwa 50 Cent pro Liter ausmacht.

„Von irgendwas muss ich auch auch Leben. Mein Porsche schluckt ganz ordentlich. Da kommt man ganz schön an seine finanziellen Grenzen“ – Hans wird wieder ernst und erklärt weiter: „Und die Mitarbeiter wollen auch Geld von mir. Auch die Schwarzarbeiter aus Osteuropa verlangen immer mehr!“

Wehmütig schaut Hans auf die Urlaubsbilder der letzten Jahre, welche chronologisch geordnet an der Pinnwand im Büro hängen:
„Damals konnte man sich das ja noch leisten. Heute sind mehr als 10 Flüge nicht mehr drin. Bleibt einfach nix mehr in der Kasse. Und die großen Ketten machen auch Druck…“

Viele Autofahrer schimpfen auf die Tankstellen, doch wie Hans Kümmer schildert, sind die Pächter noch viel schlimmer dran. Tankstelle für Tankstelle schließt. Viele geben auf.

Unsere Redaktion war von den Hintergründen tief ergriffen und hat für sich selbst einstimmig eine Entscheidung getroffen:

  • keine spritsparende Fahrweise mehr
  • lieber das teure Premiumbenzin tanken, da bleibt etwas mehr für den Tankwart
  • nie wieder das Trinkgeld beim bezahlen vergessen
  • kaufen Sie Takak, Alkohol und Ihre Sex Magazine nur noch an der Tankstelle

Liebe Autofahrer – Wann denken Sie um?

 

 

 

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